Die 16 Myers-Briggs Persönlichkeitstypen Einführung

Myers-Briggs… wat? Was ist das denn bitteschön?
Das, meine Lieben, ist das treffsicherste theoretische System, mit denen wir lernen können, Menschen zu verstehen und wie sie „ticken“.

Aber beginnen wir von vorne.
Carl Gustav Jung, Schweizer Psychologe, entwickelte die Idee der zwölf Archetypen, auf deren Basis 1944 die 16 Persönlichkeitstypen von Katharine Cook Briggs und Isabel Myers folgten.

Vor ein paar Jahren bin ich durch Zufall in einem Buch auf die MBTI aufmerksam geworden und ab da hat sich für mich vieles verändert: Ich habe mich selbst erkannt. Was für ein Mensch ich bin, warum ich so bin wie ich bin und welchen Platz ich in dieser Welt habe. Und so viele andere Aspekte. Ich kann jetzt erklären, warum ich mit dem Kopf in den Wolken stecke, warum ich gerne schreibe und warum ich womöglich niemals in meinem Leben eine Karriere im Steuerwesen machen werde.
Für mich hat MBTI eine neue Sicht auf mich selbst und die Welt außenrum eröffnet und dient mir als ein Werkzeug, um Figuren zu entwickeln.

Warum ganau sind die MB Typen so gut dafür geeignet?
Sie sind wie ein All-Inclusive Paket mit genauen Erläuterungen zu Vorlieben, Stärken, Schwächen, Fähigkeiten, Prioritäten im Leben, Tendenzen zu Temperament und Ausstrahlung.


Natürlich verrät ein Typ nicht komplett alles und es bleiben immernoch Details außen vor wie Prägungen in Erziehung und sozialem Umfeld, Traumata und eigene Überzeugungen.
Man ist immernoch ein Individuum und innerhalb eines Typs können große Unterschiede herrschen.
Dennoch geben die Myers-Briggs Typen viele tiefe Einblicke, mit denen wir Persönlichkeiten formen können, die wir tatsächlich so auch im Alltag wiedererkennen können, ohne dass es reine Zufälle sind.

Du benötigst eine aufgeschlossene Figur, die Willensstärke und Entschlossenheit mitbringt, hart für ihre Ziele kämpft, Führungsstärke zeigt?
Wie wäre es mit einem ESTJ oder ENTJ?

Oder Du wünschst Dir einen stillen Denker kombiniert mit Lederjacke und Bad Boy Attitüde? Lenke Deinen Blick auf ISTP.

Deine Figur sollte ein sanfter Freigeist sein, der am liebsten den ganzen Tag träumt, schreibt, zeichnet, Musik hört oder bastelt? Dann wären ENFP, ISFP und INFP eine gute Wahl.

Bevor ich Dir die 16 Typen vorstelle, muss ich Dir aber zuvor das System näherbringen, damit Du verstehst, worauf es sich aufbaut.
Leider kann ich in diesem Artikel nicht im vollen Umfang alle Details preisgeben, denn das würde den Rahmen sprengen, deswegen, wenn Du Dich tiefer einlesen möchtest, empfehle ich diese Seiten.

16personalities.com
personalitygrowth.com
psychologyjunkie.com
mathiasway.com

Im Prinzip besteht die Persönlichkeit eines jeden Menschen aus acht kognitiven Funktionen, und deren 16 Kombinationen prägen den jeweiligen Typen.
Jeder Typ besitzt alle acht kognitiven Funktionen, es ist aber die Reihenfolge der ersten vier, die bestimmt, in welcher Weise ein Typ seine Energie auflädt, Informationen einholt, Entscheidungen trifft und seine Welt ordnet.
Es ist folgendermaßen zu verstehen:

Deine „Komfortzone“. Mit dieser fühlst Du Dich am wohlsten, weil Du sie am besten beherrschst. Mit ihr lädst Du Deine Energie auf.
Ist es eine extrovertierte Funktion, geschieht das Aufladen in Kontakt mit Menschen.
Ist es eine introvertierte Funktion, brauchst Du Alleinsein, sogenannte „Me-Time“. Dies ist nicht optional, tatsächlich ist es ein Muss, um gesund und glücklich zu bleiben und ist nicht gleichzustellen mit Einsamkeit.
Auch introvertierte Menschen brauchen und schätzen soziale Kontakte, aber eben in „kleineren Häppchen“ und lieber in Eins-zu-Eins Kombination.
Parties und Smalltalk sind ein Graus? Das ist kein Zufall!

Deine „Spielzone“. Du liebst es, Dich mit ihr zu beschäftigen und sie auszuprobieren. Hier steckt auch Dein „Talent“, Deine Leidenschaft, Deine Gabe, „Dein Geschenk“ an die Welt. Du neigst auch dazu, Deinen Karriereweg auf den Fähigkeiten, basierend auf der zweiten Funktion, zu wählen.

Die „Hilfszone“. Sie bildet das genaue Gegenteil der Funktion auf Platz 2 und springt an, wenn diese keine Lösung für ein Problem gefunden hat. Die Hilfszone ist wie eine Handbremse, die sagen will, >>Dein Ansatz mit der bevorzugten Funktion hat nicht funktioniert, probieren wir es mal andersherum.<<
Normalerweise hast Du eine eher skeptische Sicht auf diese dritte Funktion, weil sie nicht so „cool“ ist wie die zweite, die Dir deutlich mehr Spaß bereitet. Im Laufe des Lebens wirst Du aber lernen, ihr mehr zu vertrauen und sie selbstbewusster einzusetzen.

Die „Wachstumszone“. Wenn es heißt, >>verlasse Deine Komfprtzone, um zu wachsen<<, ist diese hier damit gemeint. Die Funktion auf Platz 4 ist das genaue Gegenteil von der Funktion auf Platz 1. Sie ist Deine Achillesferse und wird nie so stark entwickelt sein wie die erste Funktion.
Wenn Du also zum Beispiel ein gefühlsbetonter Typ bist, wird Deine Wachstumszone darin bestehen, objektiver zu handeln basierend auf logischen Ansätzen anstatt nach Gefühl zu gehen.
Bist Du dagegen ein denkbetonter Typ, wird Dein Wachstum darin bestehen, mehr auf Deine eigenen oder die Gefühle anderer zu achten und taktvoller zu agieren.

Jetzt ist natürlich interessant zu erfahren, was genau sind denn nun diese Funktionen, was bedeuten sie?

Es gibt die introvertierten Funktionen, sozusagen die „Input“-Funktionen, mit denen Information hereingeholt, analysiert und abgespeichert werden -das sind Si, Ni, Fi und Ti.

Und es gibt die extrovertierten Funktionen, die „Output“-Funktionen, die sich in Handlung widerspiegeln. Was Du tust, gibst, erledigst und erschaffst entsteht durch diese. Das sind Se, Ne, Fe und Te.

Dies sind die Funktionen

Diese Funktion holt sich ihre Information aus der Realität und vorzugsweise aus der Vergangenheit. Sie lernt anhand dem, was etabliert wurde, funktioniert und sich bewiesen hat. Daher sind Si-dominante Personen am ehesten traditionsbewusst und konservativ geprägt. Si ist praktisch, detailorientiert, hat ein sehr gutes Gedächtnis und ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit und Routine.

Diese Funktion ist darauf ausgelegt, eine Bedeutung in allem zu finden. Sie nimmt nicht einfach an, was sie sieht, sondern schaut stets hinter die Fassade. Sie versucht, ihre Informationen aus der Zukunft zu holen, doch da Wahrsagen kaum möglich ist, kommt Ni dem am nächsten möglichen nach -Prognosen und Wahrscheinlichkeiten.
Ni-Dominante sind die beiden seltensten Typen, was dazu führt, dass sie sich oftmals unverstanden, isoliert und einsam fühlen, da sie so anders sind als die breite Masse.
Ni ist fähig, weit vorauszuplanen, tiefere Verbindungen und Muster zu erkennen und diese zu analysieren, was sich dann in Weisheit und bahnbrechenden Innovationen niederschlägt.

Diese Funktion will die ‚subjektive Welt‘ verstehen, also sich selbst, ihre Mitmenschen, die Gesellschaft (und sogar Tiere und Pflanzen).
Fi neigt dazu, sich selbst zu analysieren, also ihr Verhalten, die Fehler und Lebensentscheidungen. Diese gleicht sie ständig mit den Werten ab, die sie über Jahre in einen Stapel ansammelt, was dann ihren ‚inneren Kompass‘ bildet.
Fi versucht nach diesen Werten zu leben und folgt oft dem inneren Wunsch, einem „höheren Ziel“ zu dienen oder etwas positives in der Welt zu hinterlassen.
Da Fi seine Informationen in sich selbst sucht, achtet sie weniger auf die Erwartungen der Gesellschaft oder vorgegebene Standards. Stattdessen sind Echtheit, Authenzität und Integrität immens wichtig für Fi.

Ti versucht die ‚objektive‘ Welt zu verstehen und in allem einen Sinn zu finden. Ti liebt es, Lösungen für Probleme zu finden, Dinge auseinander zu nehmen und zu schauen, wie sie funktionieren und immer mehr Informationen und Fakten zu sammeln und abzuspeichern, die er dann weiter und weiter durch neue ergänzt.
Wahrheit und Fakten stehen bei Ti über allem, daher können Menschen mit einem starken Ti auch mal als taktlos und gefühlskalt gelten, wenn sie versuchen, möglichst konkret eine Sachlage darzulegen.

Se lebt im Hier und Jetzt und nimmt seinen eigenen Körper sowie die Außenwelt sehr bewusst und detailliert wahr. Da er sich vor allem auf seine fünf Sinne verlässt, springt er von Reiz zu Reiz, was einen sehr aktiven, lebenshungrigen und risikobereiten Menschen aus ihm macht. Se-Typen reagieren sehr schnell, sind flexibel und lieben es, mit ihrem Körper/ihren Händen zu arbeiten, was dazu führt, dass sie oft im Sport anzutreffen sind, im Handwerk, in der Gastronomie, in Kunst und Musik.

Diese Funktion lebt von Möglichkeiten und Potenzialen. Ihr Lieblingssatz beginnt mit >>was wäre, wenn<<. Ne liebt es, zu entdecken, zu forschen und aus einem Funken, einer Idee oder auch nur einem Impuls, neue Welten zu erschaffen. Ne zeigt sich in kindlicher Neugierde und Staunen über die Wunder des Universums, hat stets Projekte am Laufen, hüpft von einem Thema zum nächsten und hat selten Verständnis für strikte Traditionen und gesellschaftliche Maßstäbe. Ne-Typen sind unangepasst, spontan, diskutierfreudig und hinterfragen den Status Quo. Da sie jedoch schnell das Interesse verlieren und weiter nach neuen Möglichkeiten suchen, können sie auch zu Getriebenen und Tausendsassas werden und sich nicht „setzen“.

Fe „ordnet“ die subjektive Welt, was bedeutet, sie stellt Harmonie her. Fe-Typen sind zu erkennen an ihrer warmen, freundlichen, charmanten und fürsorglichen Art. Sie lieben es, ihre Mitmenschen zu versorgen, ihnen ein gutes Gefühl zu geben und ein behagliches Miteinander zu schaffen. Sie sind für gewöhnlich organisiert und zuverlässig, halten ihre Versprechen ein, wissen über jeden Bescheid und können leicht Verbindungen schaffen.
Fe-Typen neigen jedoch auch dazu, „retten“ zu wollen, in eine Rolle des ‚Everybody’s Darling‘ zu verfallen oder als Märtyrer das Glück anderer über ihr eigenes zu stellen.

Te „ordnet“ die objektive Welt, was sich darin zeigt, dass sie Systeme erschaffen, die das Leben und Arbeiten miteinander effizienter machen. Typen mit starkem Te sind getrieben von Arbeit und Erfolg und stehen normalerweise ganz oben auf dem Karrieretreppchen. Sind diese Typen gesund, bemühen sie sich vor allem darum, das Leben ihrer Lieben zu erleichtern, sie zu unterstützen und stabile Verhältnisse zu etablieren.
Ungesunde Exemplare erkennt man darin, dass sie Mitmenschen nach ihrem Willen diktieren, Kontrolle und Dominanz ausüben und sogar tyrranische Tendenzen aufweisen.
Normalerweise sind Te-Typen aber umgänglich, motiviert und kontaktfreudig mit einem Bedürfnis für Kompetenz und Professionalität.

Da Du nun die Funktionen kennst, lass uns einen Blick auf die 16 Persönlichkeitstypen werfen.
Um die Bezeichnungen richtig deuten zu können, sieh Dir an, wie diese die Funktionen übersetzen.

Der erste Buchstabe (I, E) sagt aus, ob der Typ seine Energie im Alleinsein auflädt oder im Kontakt mit Menschen.

Der zweite Buchstabe (S, N) gibt darüber Auskunft, ob der Typ sensorisch, also wahrnehmend veranlagt ist, oder intuitiv.

Der dritte Buchstabe (F, T) zeigt, ob der Typ seine Entscheidungen auf Basis der Fühl-Funktionen trifft oder auf Basis der Denk-Funktionen.

Und der vierte Buchstabe (J, P) bedeutet, ob der Typ als Urteiler (J) proaktiv seinen Zielen folgt oder als Lockerer mit dem Strom mitschwimmt.


Die 16 Myers-Briggs Persönlichkeitstypen

ISTJ gilt als traditionell, gewissenhaft, zuverlässig und pflichtbewusst.
ISTJ führt mit Si (introvertierter Sensorik), begleitet durch Te (extrovertiertem Denken), an dritter Stelle steht Fi (introvertiertes Fühlen) und an vierter Stelle folgt Ne (extrovertierte Intuition).
Bekannter Vertreter: Jeff Bezos

ISFJ gilt als fürsorglich, praktisch, sittsam und arbeitet häufig in Pflegeberufen. ISFJ führt mit Si (introvertierter Sensorik), begleitet von Fe (extrovertiertem Fühlen), worauf Ti (introvertiertes Denken) folgt und an vierter Stelle Ne (extrovertiertes Fühlen).
Bekannter Vertreter: Kate Middleton

ESTJ steht an der Spitze der Gehaltsliste und ist ein natürliche Anführer.
ESTJ ist entschlossen, organisiert und arbeitet hart. ESTJ führt mit Te (extrovertiertem Denken), gefolgt von Si (introvertierter Sensorik). An dritter Stelle steht Ne (extrovertierte Intuition) und an vierter Fi (introvertiertes Fühlen)
Bekannter Vertreter: Michelle Obama

ESFJ gilt als herzlich, fürsorglich und kommunikativ. Viele ESFJ sind Karrieristen und großartige Gastgeber. ESFJ führt mit Fe (extrovertiertes Fühlen), gefolgt von Si (introvertierte Sensorik), an dritter Stelle steht Ne (extrovertierte Intuition) und an letzter Ti (introvertiertes Denken)
Bekannter Vertreter: Jennifer Lopez

ISTP liebt seine Freiheit und Unabhängigkeit, ist oftmals ein Artisan und gilt als risikofreudig und körperlich aktiv. Auch ein Image als Bad Boy/Girl lastet ISTP an. Seine stärkste Funktion ist Ti (introvertiertes Denken), darauf folgen Se (extrovertierte Sensorik), Ni (introvertierte Intuition) und Fe (extrovertiertes Fühlen).
Bekannter Vertreter: Bruce Lee

ESTP gilt als gesellig und liebt ein aktives, aufregendes Leben. Er gilt als Charmeur und Herzensbrecher. Seine stärkste Funktion ist Se (extrovertierte Sensorik), darauf folgt Ti (introvertiertes Denken), an dritter Stelle Fe (extrovertiertes Fühlen) und zuletzt Ni (introvertierte Intuition)
Bekannter Vertreter: Elvis Presley

ISFP ist ein friedliebender Freigeist und genießt es, auf praktische und kreative Weise seine Umwelt zu gestalten. Die stärkste Funktion ist Fi (introvertiertes Fühlen), an zweiter Stelle kommt Se (extrovertierte Sensorik), darauf folgen Ni (introvertierte Intuition) und an vierter Stelle Te (extrovertiertes Denken).
Bekannter Vertreter: Frida Kahlo

ESFP liebt es, Spaß zu haben und es wird nie langweilig an ihrer Seite.
ESFP führt mit Se (extrovertierte Sensorik) und Fi (introvertiertes Fühlen). An dritter Stelle folgt Te (extrovertiertes Denken) und an letzter Ni (introvertierte Intuition).
Bekannter Vertreter: Marilyn Monroe

INTJ gilt als wissensdurstig, innovativ und strategischer Denker.
INTJ führt mit Ni (introvertierte Intuition), begleitet durch Te (extrovertiertem Denken), an dritter Stelle steht Fi (introvertiertes Fühlen) und an vierter Stelle folgt Se (extrovertierte Sensorik).
Bekannter Vertreter: Nikola Tesla

INFJ gilt als still, geheimnisvoll, weise und fürsorglich.
INFJ führt mit Ni (introvertierte Intuition), begleitet von Fe (extrovertiertem Fühlen), worauf Ti (introvertiertes Denken) folgt und an vierter Stelle Se (extrovertierte Sensorik).
Bekannter Vertreter: Carl Gustav Jung

ENTJ erkennt man daran, dass er Historie schreibt. ENTJ ist visionär, willensstark, arbeitet hart und vergrößert Imperien.
ENTJ führt mit Te (extrovertiertem Denken), gefolgt von Ni (introvertierte Intuition). An dritter Stelle steht Se (extrovertierte Sensorik) und an vierter Fi (introvertiertes Fühlen)
Bekannter Vertreter: Imperator Gaius Julius Cäsar

ENFJ gilt als charismatischer und inspirierender Anführer, der die Welt positiv beeinflussen möchte. ENFJ führt mit Fe (extrovertiertes Fühlen), gefolgt von Ni (introvertierte Intuition), an dritter Stelle steht Se (extrovertierte Sensorik) und an letzter Ti (introvertiertes Denken). Bekannter Vertreter: Oprah Winfrey

INTP verbindet Wissensdurst zu verschiedenen theoretischen Themen mit innovativen Ideen. Seine stärkste Funktion ist Ti (introvertiertes Denken), darauf folgen Ne (extrovertierte Intuition), Si (introvertierte Sensorik) und Fe (extrovertiertes Fühlen).
Bekannter Vertreter: Albert Einstein

ENTP ist ein kreativer, neugieriger Denker, der es liebt, über verschiedenste Themen zu debattieren und alles zu hinterfragen. Seine stärkste Funktion ist Ne (extrovertierte Intuition), darauf folgt Ti (introvertiertes Denken), an dritter Stelle Fe (extrovertiertes Fühlen) und zuletzt Si (introvertierte Sensorik)
Bekannter Vertreter: Michelangelo Merisi da Caravaggio

INFP ist ein sanfter, neugieriger, verträumter und idealistischer Individualist mit kreativen Potenzial. Die stärkste Funktion ist Fi (introvertiertes Fühlen), an zweiter Stelle kommt Ne (extrovertierte Intuition), darauf folgen Si (introvertierte Sensorik) und an vierter Stelle Te (extrovertiertes Denken)
Bekannter Vertreter: J.R.R. Tolkien

ENFP gilt als enthusiastischer, kreativer Freigeist, der es liebt, in die menschliche Psychologie einzutauchen. ENFP führt mit Ne (extrovertierte Intuition) und Fi (introvertiertes Fühlen). An dritter Stelle folgt Te (extrovertiertes Denken) und an letzter Si (introvertierte Sensorik).
Bekannter Vertreter: Robin Williams

Ich hoffe, ich konnte Dir die 16 Myers-Briggs Typen anschaulich näherbringen, sodass Dir der Einstieg leicht fällt. Natürlich bleibt es Dir überlassen, welche Methoden Du bevorzugst, um spannende Persönlichkeiten zu erschaffen. Worauf es ankommt, ist die Wiedererkennung und Verbindung, die die Lesenden zu Deinen Figuren herstellen können und die MB Typen sind ein Werkzeug von vielen.


Bekannte Stolperfallen beim Erschaffen von Figuren

Jetzt weißt Du, wie Dir Deine Figuren glaubhaft und menschlich gelingen, fehlt nur noch ein Kapitel: Ruiniere sie nicht.
Vielleicht ist Dir schon einmal in einem Buch, das Du gelesen hast, oder in einem Film, eine Figur aufgefallen, bei der Du dachtest, >>die ist nicht so toll gelungen.<<
Aber warum ist sie das wohl nicht?

Natürlich fällt ein gewisser Teil immer dem subjektiven Geschmack zum Opfer, dennoch gibt es ein paar Stellen, die sich objektiv beurteilen lassen.
Vielleicht ist die besagte Figur in eine der folgenden Fallen gestolpert.

Die weibliche Version wird Mary Sue genannt und das männliche Pendant Marty Sue. Diese beiden Begriffe geistern seit den 1970ern als Schreckgespenst durch die Literatur und heulen aufstrebenden Schreibenden an, >>ist Deine Figur zu perfekt geworden?<<
Eine Mary Sue beziehungsweise Marty Sue erkennst Du daran, dass sie über alles Bescheid wissen, alles können, jung sind, den genormten Schönheitsstandarts entsprechen und von allen geliebt werden.


Mary Sue wird Ziel des Begehrens aller männlichen Figuren in ihrer Nähe und jede weibliche verliebt sich in Marty Sue.
Egal, was passiert, sie haben stets Recht und gewinnen, die ganze Welt dreht sich um sie, um ihre Wünsche, ihr persönliches Glück.
Die Krux bei einer allzu perfekten Figur ist, dass sie schlicht unrealistisch ist. Niemand ist so gut. Der zweite Grund ist, dass solch eine Figur kaum Kämpfe und Probleme zu bestreiten hat, da ihr ohnehin alles gelingt, womit wir auch schon beim dritten Grund sind: Einer perfekten Figur mangelt es an Tiefe.

Eine Figur mit wenig Tiefe ist flach. Eine flache Figur ist langweilig. Das wollen Deine Lesenden nicht, das willst Du nicht.
Woran erkennst Du eine flache und langweilie Figur?
Ihr fehlen konkrete Ziele und die inneren Konflikte. Selbst wenn diese Figur keinen dynamischen Bogen bekommt und stattdessen rund bleiben soll, so braucht sie dennoch Dinge, die sie beschäftigen. Es könnte eine emotionale Narbe aus der Vergangenheit sein, ein Traum, dem sie nachrennt oder besondere Umstände treiben sie in Zweifel und Unsicherheit. Und ganz wichtig: Jede Figur in Deiner Geschichte braucht einen Zweck. Sie muss die Handlung aktiv mitgestalten, denn tut sie das nicht und steht nur in der Gegend rum -nun, das kannst Du Dir denken. Laaangweilig!
Gib Deiner Figur etwas wichtiges, bedeutendes zu tun. Und lass sie daran wachsen.

Klingt erst einmal nicht schlimm, sondern sogar sehr gut. Natürlich wollen wir alle starke Frauen in unseren Storys haben, Heldinnen wie Katniss Everdeen, die ihren Feinden einen Pfeil in den A**** feuert. Aber was so großartig begann, nahm schnell die Wendung abwärts.
Auf einmal galt eine Figur als „stark“, wenn sie typisch weibliche Eigenschaften (die in der Gesellschaft als schwach gelten) abgelehnt und stattdessen typisch männliche Attribute (die mit Stärke assoziiert werden) angenommen hat. Solch eine Figur vergräbt ihre Emotionen und gibt sich als einsamer Wolf, weil auch soziale Beziehungen als weiblich gelten. Möglicherweise interessiert sie sich für Autos und trägt niemals Röcke, sondern nur Hosen.

Aber hier kommt die Wahrheit. All diese typisch männlichen Attribute machen sie nicht stärker, sie lassen sie albern erscheinen. Ich will sogar sagen, fake.
Stärke bedeutet nicht ausschließlich körperliche Stärke und das Leugnen von Emotionen, Fürsorge und Sozialisierung. Stärke hat so viel mehr Gesichter.
Deine Figur kann sowohl typisch weibliche Vorlieben haben wie shoppen oder sich mit Freunden treffen, als auch detektivische Denkgabe. Sie kann eine schwierige Verhandlung mit dem Antagonisten gegen die Wand fahren, weil sie ihre Ziele bis zum äußersten verfolgt, und dann auf der Flucht ihre Verbündeten verteidigen, kämpfen und Verantwortung übernehmen.
Deine Figur wird nicht durch oberflächliche Fähigkeiten stark, sondern weil sie ihre eigenen Entscheidungen trifft und die Verantwortung für sie trägt.

Ein weiterer Stolperstein nennt sich Marion Effekt, nach Maid Marion benannt. Es kommt leider vor, dass eine anfangs starke weibliche Figur, eine, die ihr Leben voll im Griff hat, seltsamerweise schwach und unfähig wird, nur damit die männliche Figur sie dann retten kann. Wenn Du unbedingt willst, dass der Held das Mädchen rettet, dann, bitte, stecke sie in eine Situation, die für jeden Menschen gefährlich und riskant wäre, nicht nur für sie, weil sie weiblich ist. Eine Rettungsituation sollte unabhängig von den Geschlechtern passieren, sondern einfach, weil sie sich gegenseitig wichtig sind. Mach sie nicht schwach und wehrlos und lass sie um Himmels Willen nicht einfach da sitzen und drauf warten, bis der Held vorbeikommt. Die Zeiten der Jungfrau im Turm, bewacht von einem Drachen, sind doch jetzt wirklich rum.

Nicht per se ein Fehler, doch diesen Begriff werfe ich Dir trotzdem zum Schluss noch hinterher. Eine Wunscherfüllungsfigur erlebt einfach alles, was der Lesende oder Zuschauer gerne selbst erleben würde. Dabei geht es bei diesen Geschichten gar nicht so sehr darum, einen Konflikt zu lösen oder die Welt zu retten, sondern vielmehr, sich als Konsument in diese Figur hineinzuversetzen und zu genießen. Lass Dich begehren und verführen von heißen Vampiren, von dunklen Prinzen oder Milliardären, erlebe spannende Abenteuer als Agent und reise um die Welt, stets in Privatjets und teuer gekleidet. Sei Mittelpunkt jeder Party und die Muse von Künstlern und Fotografen.


Könnte zwar passieren, dass Deine Figur selbst ein wenig flach wird und sich um nichts bemühen muss, denn alles wird ihr erlaubt und geschenkt. Ihr werden Küsse und Komplimente zugeworfen, Rivalen beneiden sie, Freunde vergöttern sie.

Okay, muss ich noch weiter machen?
Ein wenig Spiel und Spaß sei gegönnt, vergiss nur nicht, Deiner Figur auch Ziele, Schwächen und Konflikte mit auf den Weg zu geben, damit es spannend bleibt.

Vielen Dank, dass Du bis hierhin geblieben bist. Das nächste Thema bleibt geheim, aber sei gespannt ;D
Bis zum nächsten Mal, neugierige Seele!

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