Geschichten bilden zwar bis zu einem gewissen Grad das Leben selbst ab, doch im Gegensatz zum Leben, muss eine Geschichte Sinn ergeben.
Um dies zu schaffen, muss jedes Ziel, jede Handlung Deiner Figuren und jede darauffolgende Entscheidung eine Kette ergeben, die jede Szene logisch zur nächsten führt. Jeder Plot Beat, das bedeutet, jeder notwendige Punkt, der die Handlung voranbringt, muss aufeinander aufbauen.

Aufbau der Szene

Wie schaffst Du das?
Stelle Dir die Szene in Form von vier Ebenen vor.

Ebene 1
Deine Figur beginnt mit allen ihr möglichen Optionen offen. Sie nimmt Eindrücke auf, Informationen und Hinweise und hat erst einmal Zeit, sich zu orientieren und Aspekte der Situation kennenzulernen. Für gewöhnlich nimmt die erste Ebene den meisten Raum in der Szene ein.

Ebene 2
Deine Figur stellt sich ein Ziel, das es versuchen wird zu erreichen. Dieser Moment ist kurz und kann nur wenige Sätze beinhalten.

Ebene 3
Hindernisse und Konflikte engen die Optionen Deiner Figur ein, entweder durch den Antagonisten, durch die eigenen Fehler und durch die Schwächen der Lüge. Ob Deine Figur nun ihr gestecktes Ziel erreicht hat oder nicht, bringt sie zur letzten Ebene.

Ebene 4
Sie fasst ein neues Ziel ins Auge, was sie wiederum in die nächste Szene katapultiert.
Tipp: Schneidest Du die Ebene 4 aus der Szene heraus, bleibt die Frage offen, wie Deine Figur mit den Hindernissen umgeht -Spannung wird erzeugt und somit hast Du einen Cliffhanger.

Der Handlungszyklus

Eines vorab, die folgenden sechs Ebenen sind unabhängig von der Länge einer Szene zu betrachten. Sie können sich in nur wenigen Sätzen abspielen oder aber einen Raum von mehreren Szenen oder gar Kapiteln einnehmen.

Diese sechs Ebenen geben Dir die Möglichkeit, sowohl die Zielverfolgung und Aktion einzubringen als auch die ruhigeren Sequenzen danach, in denen Deine Figur über das Geschehene sinniert und daran wächst.
Die zweite Hälfte ist genauso wichtig wie die erste, denn passiere in Deiner Geschichte nur Action-Action-Action, wären Deine Lesenden schnell gelangweilt, überfordert und würden die Bindung zu Deiner Figur verlieren. Zudem funktioniert Spannung nur im Wechsel mit ruhigen Sequenzen, in denen Deine Figur und auch Deine Lesenden nach Atem schnappen können, bevor es wieder losgeht.
Alles klar, schauen wir uns die sechs Ebenen an!

Ziel
An erster Stelle steht natürlich ein Ziel, das Deine Figur in die Handlung zieht.

Aktion
Um das besagte Ziel zu erreichen, tritt Deine Figur in Aktion und ergreift die notwendigen Maßnahmen. Antagonistische Kräfte stellen sich ihr in den Weg und ein Konflikt entbrennt.

Wendung
Ein Ergebnis, oftmals eine „Katastrophe“, bringt Deine Figur dem Ziel näher oder entfernt sie davon.

Reaktion
Deine Figur reagiert auf diese Wendung. Wie sie es tut, sagt viel über ihre Persönlichkeit aus.

Reflexion
In dieser Ebene findet das Wachstum Deiner Figur statt. Sie versteht nun, welche Fehler sie gemacht hat, sie begreift die Aspekte des Hauptkonfliktes besser und welche Ressourcen sie benötigen wird, um weiterzumachen.

Entscheidung
Die Entscheidung, die Deine Figur hier fällt, führt sie automatisch zum Ziel des nächsten Handlungszyklus.

Mit diesen sechs Ebenen steht Dir nun ein nützliches und mächtiges Werkzeug zur Verfügung, mit denen Du alle Szenen von Anfang bis Ende durchplanen kannst und das praktische daran ist, Du behältst stets das Gleichgewicht zwischen Aktion und Reflexion. Und da ein Zyklus direkt zum nächsten übergeht, reduzierst Du auf diese Weise Plotlücken.

Was braucht Deine Szene?

Ausgestattet mit den Techniken, wie Du eine Szene aufbaust und strukturierst, stellst Du Dir jetzt womöglich die Frage: Und was kommt da rein?
Stelle Dir folgende Fragen:

Was ist das Szenenziel Deiner Figur?
Dieses sollte eindeutig und „messbar“ sein.

Was ist der Plan Deiner Figur?
Mit welchen Methoden soll das Ziel erreicht werden?
Tipp: Soll der Plan gelingen, dann halte ihn vorher geheim. Verrate ihn nur, wenn er zum Scheitern verurteilt ist.

Was ist der Widerstand?
Stellen sich ein Antagonist in den Weg, die eigenen Fehler oder zeigen sich die Schwächen der Lüge, an die Deine Figur glaubt?

Was sind die Einsätze?
Was kann sie gewinnen oder verlieren? Es gibt verschiedene Arten von Einsätzen, etwa:

Mentale (Gedanken, Einstellungen, Erwartungen, Verständnis)

Spirituelle (Glaube, Verbindungen zu höheren Kräften oder Zwecken, religiöse)

Soziale (Familie, Freunde, die Heimat, Verpflichtungen und Traditionen)

Universelle (national oder weltweit)

Emotionale (Gefühle und Traumata)

Doch je persönlicher für Deine Figur, umso wichtiger sind sie.

Welche Dringlichkeit besteht?
Je knapper die Zeit, umso spannender wird es.

Welche Motivation steckt hinter dem Ziel?
Sie sollte intrinsisch und persönlich für Deine Figur sein.

Auch diese Punkte sollten klar beantwortet sein:

Welche Nebenfiguren spielen in der Szene mit?
So viele wie nötig und so wenige wie möglich.

Vor welcher Kulisse und zu welchem Zeitpunkt findet sie statt?
Sei konkret und sensorisch und „zeige“ das Setting und die Auswirkungen der Tageszeit auf Deine Figur.

Gibt es eine Überraschung oder einen Twist?
Dies fällt beim Handlungszyklus in die Ebene ‚Wendung‘. Das Ergebnis der Bemühungen könnte ganz anders ausfallen als erwartet, oder ein neues Element tritt zu Tage.

Und die letzte Frage, welche Entwicklung, welche Lektion, nimmt Deine Figur aus dieser Szene mit? Hat sie mehr Verständnis gewonnen über sich selbst, über eine andere Figur oder über die Lüge?

Jede Szene dient dem Zweck, Deine Figur relevant voranzubringen. Solltest Du im Laufe des Schreibprozesses bemerken, dass sich eine Füllszene eingeschlichen hat, also eine, die nicht genug Progress beinhaltet, streiche sie.
Behalte nur solche, die Deine Figur und/oder Deinen Plot unterstützen.

Klingt hart? Aber wozu nutzlosen Ballast mitschleppen, der bremst, blockiert und Verwirrung schafft? Beim Schreiben gilt der Grundsatz, so lang wie nötig, so kurz wie möglich.

Seltsamerweise hat sich in den letzten Jahren etabliert, dass Debütromane gut und gerne zu 600 Seiten und aufwärts tendieren und jedes noch so kleine Detail im Leben der Figuren breitwalzen. Dabei liegt die wahre Kunst des Erzählens doch darin, das Wichtigste in Kürze zu fassen. Respektiere die Zeit Deiner Lesenden 😉

Die zwei anderen Formen von Szenen

Stelle Dir vor, Deine Figur will nur kurz zur Bäckerei hüpfen, um Brötchen zu holen und trifft dabei auf einen Freund und sie plauschen miteinander. Klingt harmlos, nicht wahr? Unspannend. Wie wäre es, wenn die Bäckerei in die Luft geht?

Warte! Obwohl Nervenkitzel wichtig ist, um die Lesenden bei der Stange zu halten, gibt es dennoch Ausnahmen von der Regel. So gerne wir Schreibenden unsere Figuren auch unter Druck halten wollen, es ist nicht praktikabel. Künstlich erzeugter Konflikt, nur um die Spannung hochzuhalten, könnte sogar schaden, also -Ab und zu darf eine Sequenz auch mal friedlich verlaufen.
Hier siehst Du zwei Methoden:

Vorfall
Deine Figur verfolgt ein Ziel, aber kein Widerstand hindert sie daran. Sie bekommt einfach, was sie will. Zum Beispiel die Brötchen in der Bäckerei.

Ereignis
Mehrere Figuren kommen zusammen, plauschen, ganz ohne Ziel und ohne Konflikt.

Sparsam eingesetzt, können diese zwei ein wenig Luft in die Handlung bringen, eine Pause zum Beispiel zwischen zwei Spannungshochs.
Natürlich sollten der „Vorfall“ und das „Ereignis“ nicht zwecklos sein, Deine Figuren könnten wertvolle Informationen austauschen, Sympathien aufbauen, Vorahnungen und Erwartungen säen oder Ressourcen für später besorgen.
Und nur weil kein Konflikt entsteht, muss es noch lange nicht langweilig zugehen.
Nutze den „Vorfall“ und das „Ereignis“ zu Deinen Gunsten.

Rückblenden und Hintergrundgeschichten

Sie dienen dem Zweck, Informationen aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu holen, um Kontexte besser zu verstehen. Wichtig dabei ist zu beachten, dass sie der Szene nützen müssen und bereits eine Bindung zwischen den Lesenden und der Figur besteht, sonst fühlen sich die Rückblenden und Geschichtsstunden langweilig, belanglos und nervig an.
Setzt Du sie dagegen gezielt ein, bringen sie die Handlung voran und eröffnen tiefere Einblicke in die Wahrheit der Geschichte oder in die Motivationen Deiner Figur.
Lass uns durch die Zeit springen!

Rückblende
Ziel einer Rückblende ist es, Antworten auf bereits entstandene Fragen zu liefern oder neue aufzuwerfen, was Spannung erzeugt. Deine Figur könnte unter Gedächtnisverlust leiden und nur bruchstückhaft Details freilegen, bis der letzte Teil der Wahrheit zum Ende enthüllt wird. Geschickte Autoren weben ein Ratespiel, das bis zur letzten Seite den Atem anhalten lässt.


Ungünstig dagegen wäre es, wenn eine Situation in der Vergangenheit in absurd vielen Splittern alle paar Seiten eingeblendet wird und die Handlung in der Gegenwart stört und ausbremst. Sei sparsam mit Rückblenden und halte sie nach dem Prinzip „So oft wie nötig, so selten wie möglich“.

Wie formatiert man Rückblenden?
Du kannst sie mit Sternchen kennzeichnen, die Schrift in bold setzen, in kursiv oder Du beginnst mit einer Ankündigung wie zum Beispiel „Drei Jahre zuvor…“. Möglich ist auch, die Rückblende in die Form eines Tagebucheintrages zu setzen.
In Harry Potter und die Kammer des Schreckens reist Harry mithilfe eines Taschenkalenders in die Vergangenheit von Tom Riddle.

Hintergrundgeschichte
Sie ist all das, was Deiner Figur widerfahren ist, bevor die Geschichte beginnt. Sie ist eine Ansammlung von Fragmenten der Erinnerung, von Trauma, von Erlebnissen und Prägungen, die Deine Figur zu dem gemacht hat, was sie nun ist.
Doch wollen Deine Lesenden von der gesamten Kindheit erfahren? Hell, no!

Ein häufiger Fehler ist es, die gesamte Hintergrundgeschichte in einem Stück zu servieren, bis dass die Lesenden daran verzweifeln und nie wieder das Buch aufschlagen.

Nein, eine Hintergrundgeschichte präsentiert man in Häppchen. Offenbare immer nur so viel, dass die Lesenden Deine Figur ein wenig besser verstehen, ein wenig mehr begreifen, warum sie so handelt, ein wenig mehr mit ihr mitfühlen.

Wie vermittelt man die Hintergründe? Mithilfe dieser drei Methoden:

Durch Dialoge
Wie Deine Figur spricht, ihr Wissensstand und die Dynamik.

Durch Reflexion
Deine Figur sinniert über vergangene Erfahrungen und Erlebnisse.

Rückblende
Und hier sind wir bei der Rückblende. Sie könnte prägende Momente in der Kindheit zeigen.

Empfehlenswert ist es, die gesamte Hintergrundgeschichte Deiner Figur vor Augen zu haben, damit Du die Kontrolle darüber bewahrst, was wann wo und warum geschehen ist und was das mit ihr gemacht hat. Selbst wenn nicht jeder Aspekt in der Geschichte vorkommt, solltest Du sie parat haben.

Das Erzähltempo von den Plot Beats bis zur Satzlänge

Wenn der Ratschlag gegeben wird, eine Geschichte nicht unnötig in die Länge zu ziehen, also anstatt über einen Zeitraum von mehreren Wochen, Monaten und Jahren spielen zu lassen, sondern besser in wenigen Tagen, dann ist das nicht verkehrt.

>Aber es gibt doch so viele große Werke, die sich über Jahre, gar Jahrzehnte erstrecken!<<
Ganz genau, manche Figuren brauchen nunmal diese Dauer für ihre Entwicklung und manche Ereignisse müssen sich entfalten dürfen.

Denn im Gegensatz zum Mythos ist nicht der Zeitraum der Handlung ausschlaggebend, sondern das Erzähltempo. Wie schnell oder wie langsam sie verläuft, bestimmt darüber, wie Deine Lesenden sie spannend finden.

Plot Beats

Ein Plot Beat, zu Deutsch, Schlag oder Takt im Plan Deiner Geschichte, ist ein Ereignis, das die Handlung voranbringt.
Es gibt drei Typen von Plot Beats:

Die Handlungspunkte in der Plotstruktur
Haken, auslösender Vorfall, Schlüsselmoment, der erste, zweite und dritte Handlungspunkt, die Kniffe dazwischen, Höhepunkt und Auflösung

Der Handlungszyklus
Ziel, Aktion, Wendung, Reaktion, Reflexion und Entscheidung

Auf Satzebene
Das Einführen neuer Figuren, Zeiten oder Schauplätze, ein Dialog oder ein Monolog, eine neue Information

Stelle Dir Deine Geschichte vor wie eine Aneinanderreihung von Steinen, die Dich über einen See bringen sollen. Willst Du das nächste Ufer erreichen, musst Du von einem Stein zum nächsten springen. Jeder einzelne bringt Dich Deinem Ziel ein Stück näher. Und so ist jeder Plot Beat notwendig, um Deine Handlung weiterzutreiben.

Die Rate der Plot Beats in einer Szene bestimmt, wie schnell Deine Geschichte erfolgt.
Wirst Du zum Beispiel 100 Plot Beats brauchen, um sie zu erzählen und in jeder Szene steckt nur einer, wirst Du 100 Szenen brauchen.
Oder Du steckst 10 Plot Beats in jede Szene, dann bist Du in 10 Szenen durch, was zur Folge hätte, dass Deine Figur von einer Situation in die nächste rasen müsste.

Beide Fälle verdeutlichen, wie man es untertreiben oder übertreiben kann.
Im ersten wäre die Geschichte viel zu lang und Du müsstest viel unnützen Fülltext dazwischen schieben, was Langeweile hervorruft.
Im zweiten würde die schiere Menge an Aktion und Information in kürzester Zeit Deine Lesenden überfordern und verwirren.

Wie viele Plot Beats in eine Szene gehören, ist ganz individuell und hängt von Deinen Absichten ab.
Willst Du eine spannende Actionszene schreiben, häufen sich die Plot Beats und ereignen sich in kürzeren Abständen nacheinander.
Schreibst Du dagegen eine langsame, folgen weniger Plot Beats.

Es gibt noch weitere Methoden, das Erzähltempo zu beeinflussen.

Stränge von Nebenhandlungen
Je mehr Nebenhandlungen Du parallel zur Haupthandlung laufen lässt, umso langsamer wird die Geschichte. Konzentrierst Du Dich dagegen nur auf die Haupthandlung, erhöhst Du das Tempo.

Auch wie viele erzählerische Stilmittel Du verwendest, reguliert die Geschwindigkeit. In einer Actionszene ist es nur verständlich, dass Deine Figur keine Gelegenheiten haben wird, sich ausführlich zu unterhalten, Monologe zu führen oder die Kulisse in all ihren Details zu beschreiben. Nein, ganz im Gegenteil: Reduziere oder streiche, was nicht unmittelbar zur Aktion gehört. Bleibe auf dem rohen Minimum.

Legst Du dagegen Wert auf eine langsame Szene, reichere sie an, indem Du zwischen den Handlungen Gedanken und Emotion hinzufügst, sensorische Beschreibungen, Erklärungen zu Hintergründen und schiebe Rückblenden ein, um die Plot Beats voneinander zu entfernen. Beachte hierbei bitte: In Maßen, nicht in Massen.

Satzlänge

Wir sind nun auf der Zeilenebene angekommen. Was Du hier kannst bewirken, hat einen enormen Wert für Deine Geschichte. Denn nicht nur, was Du schreibst, sondern auch das Wie, beinflusst die Qualität Deines Textes.

Allem voran steht die Satzlänge. Je mehr Wörter Du verwendest und je länger sie wird, umso mehr verlangsamst Du das Tempo.
Bedeutet das, Du solltest nur kurze Sätze verwenden?
Hell, no! Viele kurze hintereinander gereiht, klingen beim Lesen abgehakt und Deine Lesenden werden im Kopf über sie stolpern, was sie nach einer Weile ermüden und ärgern könnte.

Also, nur in langen oder nur in kurzen Sätzen zu schreiben, funktioniert beides nicht.
Das Geheimnis eines spannenden Textes lautet: Dynamik. Variiere die Satzlänge, lass sie rollen wie die Klänge eines Klavierspiels. Erzeuge Rhythmus. Kontrolliere den Atem Deiner Lesenden mit dem Einsätzen von Kommas und Punkten.
Auch das Hinzufügen oder Weglassen von Adjektiven, Adverbien und von Füllwörtern beeinflussen den Schwung Deiner Sätze.

Wichtig ist auch die Struktur. Wie klingt wohl dieses Beispiel für Dich?

Er kam auf sie zu. Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Sie schmunzelte.

Nicht so toll.
Das Problem ist, dass jeder dieser Sätze auf die gleiche Weise aufgebaut ist:
Subjekt-Verb-Objekt.

Lass sie uns ein wenig durcheinanderbringen!

Er kam auf sie zu. Mit einer Hand strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ein Schmunzeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

Schauen wir uns die Sätze genauer an:

Mit einer Hand – strich – er – ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Adverbiale – Verb – Subjekt – Akkusativobjekt

Ein Schmunzeln – breitete – sich auf ihrem Gesicht – aus.
Subjekt – Verb – Akkusativobjekt – Adverbiale

Schon besser! Variiere die Satzstrukturen Deiner Sätze, um Gleichgewicht und klangliche Harmonie herzustellen. Sie sollten wie Puzzleteile ineinander fassen.

Zum Schluss lass mich auf den Stil eingehen. Es geht um den Unterschied von Nominal- und Verbalstil. Welcher bringt mehr Dynamik?

Nominalstil
Deine Schwester hat eine Bücherobsession.

Verbalstil
Deine Schwester liest viele Bücher.

Der Verbalstil schwingt besser, bringt mehr Klarheit und wird auch im echten Leben häufiger verwendet als der Nominalstil, der doch etwas zäh daherkommt.
Und ganz praktisch, im Verbalstil schreibst Du automatisch im Aktiv, anstatt im Passiv.

Ich will nicht sagen, dass Du den Passiv komplett über Bord werfen sollst, aber reduziere ihn auf ein Verhältnis „ein passiver Satz zu hundert aktiven“.

Damit endet der zweite Teil zum Artikel über Szenen. Ich hoffe, wir lesen uns im nächsten. Spoiler: Deine Figuren stehen im Rampenlicht.

Vielen Dank für Dein Interesse, neugierige Seele 😀

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